Samstag, 30. Mai 2009

Auswertung



Wir haben jetzt 21:30 und in 9 1/2 Stunden geht mein Flug zurück nach Deutschland. Deswegen will ich noch ein paar letzte Wort an meine werte Bloggemeinde richten.

In Deutschland existiert ja das allgemeine Vorurteil über die Mittelmeer und lateinamerikanischen Länder, dass die Leute mehr siesta... (Wörter auf italienisch, portugiesisch... einfügen) als Arbeit machen. "Die Deutschen leben um zu arbeiten, die Spanier... arbeiten um zu leben". Da steckt viel Wahrheit, aber auch viel Falsches dahinter. An meinem ersten Tag in der Schule war der erste "Kulturschock", dass ich allen Mädchen, die ich vorher ja noch nicht mal kannte, Küsschen geben musste. Aber gut, so was überlebt man ;-)). Aufgenommen wurde ich sehr gut, da die Leute hier alle total nett sind. Man wird dauernd gefragt, como estas (wie geht es dir) und zu fiestas eingeladen. Außerdem lacht man mehr. Wenn ich in Deutschland so behandelt worden wäre, wären das meiner besten Freunde gewesen. Zumindest hätten wir uns schon lange gekannt. Aber bei Leuten, die sich noch nicht kennen, wäre man lange nicht so direkt gewesen. Allerdings bezweifle ich stark, dass sich auch nur die Hälfte der Leute, die ich dort gekannt habe, sich an mich erinnern werden. Auch die Frage como estas war, zumindest in den meisten Fällen, gar nicht als Frage gemeint, sondern eine Begrüßungsfloskel. Ich habe einfach mal, um die Reaktion zu testen "malisimo" (sehr schlecht) gesagt, was die betreffende Person ziemlich überrumpelt/überrascht hat.

In der Schule war der Unterricht für mich ziemlich einfach. Im Prinzip war es am Ende so, dass ich den Unterricht in Mathe, Physik, Chemie, Biologie und Geschichte geben durfte und mir meine Klasse am Ende sagte, dass ich besser war, als die Lehrerin. Was irgendwie auffällt, ist, dass die Konsequenz fehlt. Wenn eine Arbeit nicht fertiggestellt wird, wird selten eine 5 (entspricht ungefähr der 6) gegeben. Obwohl das die einzig realistische Vorbereitung auf das spätere Leben wäre. "Mach es, oder trage die Verantwortung"

Nur bei Dingen, wo es unbedingt nötig ist wird geplant, so wurden meine Fragen nach dem Beginn und Ende eines Termins immer mit Verwunderung und Ekis (X, für Geheimnis, wird sich offenbaren...) beantwortet.

Im Allgemeinen kann man sagen, dass das was ich gerade gesagt habe Schwachsinn ist, da man so was nicht verallgemeinern kann. Es ist nur der Durchschnitt. Es gibt hier Leute ohne Humor, genauso wie es bei uns Freaks gibt, die 5 min am Tag nicht lachen. Aber im Großen und Ganzen stimmt zumindest die Tendenz.

Wenn man die Chance hat, sollte man auf jeden Fall einmal nach Mexiko gegangen sein. Die Leute hier sind nicht so verschlossen, was sie sympathischer macht. Dafür fehlte mir manchmal die Ernsthaftigkeit in den Dingen, wo man sie braucht.

Montag, 25. Mai 2009

Die Wirtschaft in Mexico

Eigentlich würde man erwarten, dass Spätindustrialisierung ein Nachteil ist. Aufgrund der von Anfang an vorhandenen Technologie muss man diverse Fortschritte aber nicht mehr selber vollziehen. So konnte Deutschland relativ schnell mit England aufschließen und sogar überholen, da immer das Modernste verwendet wurde und die Engländer (obwohl Sir William Henry Perkin das Mauvein entwickelt hatten) die chemische Industrie verschliefen. Aus diesem Grund kann man Mexiko mit gutem Recht als Schwellenland bezeichnen. Es gibt, das steht außer Frage, große Armut, aber das Land wächst und eine Mittelschicht entsteht. Außerdem und das ist glaube ich das wirklich wichtige, fast niemand bettelt. Wenn jemand keine Arbeit hat, dann holt er sich Holz und Farbe und fertigt irgendetwas daraus, was er dann verkauft und zwar (vom Gefühl her) wie ein ganz normaler Verkäufer, der einen angemeldeten Laden hat und der Gewerbeordnung unterliegt. Im Gegensatz zu Deutschland sind die Leute hier fleißiger, was auch die Nachteile eines überfunktionierenden Sozialsystems/Staats zeigt. (Wahrscheinlich werde ich jetzt kommentargelyncht ;-)). Die einzigen Dinge, die Mexiko jetzt stoppen könnten, ist die Umweltverschmutzung. Die Kriminalität ist für das Fernsehen interessant, im Prinzip beschränkt sich die Drogenmafia aber auf drei nördliche estados. Außerdem wird jetzt schon die Armee eingesetzt, um die mafia zu besiegen und selbst, wenn sie gerade noch sehr stark ist, dann verbraucht der Kampf trotzdem sehr viele Geldmittel, die der Staat leichter nachführen kann, als eine kriminelle Vereinigung. Spätestens wenn die USA auch noch eingreifen, heißt es Mafiajagd und nicht Mafiajäger. Außerdem können in dem Maße wie die Wirtschaft wächst auch die Staatseinnahmen und damit die Gehälter der Polizisten steigen, was die Korruption sinken lässt. Von den OECD-Ländern hat Mexiko die niedrigste Steuerquote die bei 11% liegt. Da ein großer Nachteil Mexikos nicht fehlendes Unternehmertum ist (denn die Leute gründen), sondern ein zu schlechtes Sozialsystem, Korruption, Müllversorgung und Infrastruktur, würden sich 20% Staatsquote gut machen. Diese Steuern sollten dann am Besten auf Luxuswaren erhoben werden. Außerdem kann man problemlos Steuern auf Öl erheben (Der Ölpreis in Deutschland dreifach so groß)(die Begründung:"warum Luxuswaren" ist sehr lang und ich zu faul sie hinzuschreiben. Im Wealth of Nations von Adam Smith zu finden. Seite habe ich leider vergessen, aber es ist in dem Kapitel über Staatseinnahmen). Mit dem gewonnenen Geld aus der Ölsteuer, kann man den ÖPNV ausbauen und eine landesweite Eisenbahn einrichten (Mexiko hat bisher nur Gütertransporte). Durch die höheren Steuern für Öl wären die Leute auch gezwungen auf diese Möglichkeiten auszuweichen.

Montag, 18. Mai 2009

Verzögerung im Schreiben/la dilacíon

1. Anmerkung
Erst einmal vielen Dank, dass so viele Menschen meinen Blog lesen. Aus diesem Grund müsste ich mir eigentlich noch viel mehr Mühe geben und jeden Tag einen Post schreiben. Aber vor allem die zweisprachigen Posts sind sehr viel Schreibarbeit, außerdem muss ich manchmal noch etwas Recherche machen...

2. Anmerkung
Ich spreche hier hauptsächlich mexikanisches Spanisch. Das hat einige Auswirkungen:
Diminutive: alvarito, un ratito, pobrecito aleman...
und Wörter aus dem Mexikanischen: padre für gut, chico für klein, flojito (was ich bin ;-))...

Außerdem ist meine Orthographie und Aktzentsetzung immer noch mangelhaft. Das nur an den berühmten Komponisten und Bombenleger Herrn Anonymous ;-)), der wahrscheinlich Frau González ist.

Sonntag, 17. Mai 2009

Infrastruktur/ la infrastructura


Seit gestern habe ich Moctecumas Rache. Das ist schlichtweg Durchfall, der durch schlechtes Wasser verursacht wird. Für einen quasi Gringo wie mich, ist aber im Prinzip alles was nicht abgefülltes Wasser ist schlecht. Obwohl ich mir die Zähne auch immer mit Flaschenwasser geputzt habe, kein Eis auf der Straße gekauft habe,... bin ich krank geworden. Wie dem auch sei. Von dieser unangenehmen Sache kann man leicht zu einem sehr interessanten Thema überleiten:
Die Elektrizitäts- und Trinkwasserinfrastruktur in Mexico.
Zuerst muss man auch hier wieder betonen, dass Ciudad de Mexico sehr groß und heterogen ist. In meinem Gebiet kann man schon fast von einem deutschen Standard sprechen. Fast alle Kabel sind unterirdisch verlegt. Auch das Wasser als solches wirkt erst einmal ganz normal. D.h. es kommt nicht braun aus der Leitung. Das ganz große Problem besteht aber in den Slums. Da diese einfach unkontrolliert wachsen (und die dortigen Bewohner aufgrund ihrer Armut nicht für die Kosten aufkommen können/keine Steuern zahlen) ist die dortige Infrastruktur wirklich notdürftig. Hier muss ich allerdings betonen, dass ich das nicht aus eigener Anschauung, sondern nur aus Büchern weiß. Ein wichtiger Punkt betrifft auch noch die Situation in den Cerradas. Das sind abgeschlossene und gesicherte Wohnviertel für Leute, die sich so etwas leisten können (und genau aus dem Grund auch solche Institutionen benötigen ;-)). Abgesehen von der Trinkwasserqualität ist hier das Meiste sogar schöner als in einem normalen Wohnviertel in Deutschland. Um dieses eine Problem zu lösen haben viele Häuser dann einfach einen Wasserreiniger mit Kiesfiltern, Aktivkohle und allem drum und dran.
Die Mehrheit der Gebiete ist allerdings so, wie ihr/sie auf dem Foto sehen könnt. Es gibt Wasser und Strom, allerdings ist alles ein bißchen ungeordneter als in Deutschland. (schöne deutsche überlegene Bürokratie) (Für ein Lob an unsere Verwaltung bitte Formular 1984 im Raum 101 ausfüllen) ;-))

Desde ayer yo tengo la vengancia de Moctecuma. Eso es una diarrea, de que se enferman solo gringos (y yo soy como un gringo), porque no son acostumbrado al agua mal. Creo que no es muy interesante que escribir sobre la enfermedad y por eso voy a escribir sobre la infrastructura de la electricidad y del agua. Por ese tema se tiene que saber que Cíudad de Mexico es una cíudad enorme. Hay barrios/delegaciones, que son muy comodo, padre y bonito. Pero en los tugurios, que crecen incontrolado la infrastructura es malisimo. Ese puede ser tambien porque los habitantes alli no pueden pagar impuesto y por eso solo usan, pero no dan nada por la infrastructura. En mi barrio es casi como en Alemania. Las conducciones son bajo de la tierra y el agua de la llave no es marrón. Pero yo siempre tengo que beber de botellas, porque la calidad del agua no es tan bueno, como en Alemania. En las cerradas no hay ese problema. Claro que alli la calidád del agua no es mejor, pero todas casi todas casas tienen un limpiador. Pero La mayoria de los barrios es como se puede ver en las fotos arriba. Hay electricidad y agua (que los mexicanos pueden beber, pero los gringos no), pero todo es mas desordenado que en Alemania. La burocracia de alemanie es la mas superior en todo el mundo. ;-)))

Dienstag, 12. Mai 2009

Kommentare

Liebe, liebe Kommentarschreiber, ich danke euch.

Alle anderen, SCHREIBT KOMMENTARE!!!


bitte. ;-))

Montag, 11. Mai 2009

De Sonora a Yucatan se lleva Sombreros de Tardan


Jetzt wollte ich noch einen persönlichen Nachtrag zum Zocalobesuch machen. Es gibt dort nämlich einen sehr schönen alten Laden, genauer gesagt einen Hutladen. Da ich immer sehr neidisch auf die eleganten Anzüge von Parsifal einem Austauschpartner war ;-)), sagte ich mir, dass ich mir auch so einen schönen Hut kaufen muss. Das war aber leichter gesagt, als getan, weil die Auswahl so überwältigend und die Hüte alle hervorragend, da von Hand hergestellt, sind. Um das Anprobieren sinnvoll zu machen, zog ich mir meinen Anzug an, was im Endeffekt dann für ein äußerst schönes Bild sorgte. (bei diesem schönen jungen Herrn, geht es ja auch gar nicht anders ;-))). Auf dem Rückweg sahen wir dann in einem Laden einen kompletten Anzug für 899 Pesos. Das sind umgerechnet etwa 45€, da ich eigentlich schon viel zu dick und groß geworden war und er von guter Qualität war, konnte ich da nicht nein sagen. Auf jeden Fall sind die Preise für gute Anzüge, Hüte, Lederschühe... extrem niedrig. (Dazu aber noch im Post: Wirtschaft).

Sonntag, 10. Mai 2009

Viva Mexico








Heute waren wir am Zocalo. Das ist der Hauptplatz Mexikos, was er auch wörtlich übersetzt bedeutet. Allerdings ist er nicht nur Marktplatz, sondern vor allem politisches Zentrum sowohl von Ciudad de Mexico, als auch vom ganzen Land. Allein schon, dass er das Zentrum der ganzen Stadt ist, ist insofern bemerkenswert, als dass dies bei keiner anderen Megastadt vorkommt. Aber er stellt nicht nur das Zentrum der 20 Millionen Einwohnerstadt dar, sondern ist sinnstiftend für die nationalen Identität des ganzen Landes. Insofern ist das sehr gut mit Paris zu vergleichen. Bei unserem föderalen System wäre das kulturelle Zentrum höchstens Bamberg ;-)), auch wenn es noch lange nicht die Bedeutung dieser Haupstädte erlangt. Angefangen mit dem Palacio Nacional ("Bundeskanzleramt" ;-)))über die Catedral Metropolitana de la Asunción de María de la Ciudad de México (welche die größte und älteste Kathedrale des amerikanischen Kontinents darstellt) und den Palacio de las Bellas Artes (Oper und Theater) stehen hier äußerst wichtige Gebäude. Architektonisch sind diese auch sehr interessant, da sie auf eine wesentliche Eigenschaft Mexicos, seiner Geschichte und seines Nationalgefühls hinweisen. Die grobe Struktur ist der spanische Barock (gefällt mir persönlich nicht) und (im Falle des Palacio de Bellas Artes) Neoklassizismus. In dieses Fundament sind aber viele aztekische Elemente eingesträut. Im Gegensatz zu den USA spielt die indianische Kultur im öffentlichen Leben immer noch eine Rolle (Das Wappen Mexikos stellt z.B. den Gründungsmythos der aztekischen Hauptstadt Tenochtitlan dar). Die Beziehung der Mexikaner (reine Abkommen der Spanier bzw. Mestizen) zu den ursprünglichen Indios ist nicht unproblematisch, was sich auch in der noch immer präsenten Zapatista-Bewegung wiederspiegelt. Auch ein Erlebnis aus dem Biologieunterricht ist hier von großem Beispiel. Als wir zur Blutgruppenverteilung in der Bevölkerung kamen, sagte die Lehrerin zu dem Umstand, dass sich die Häufigkeiten zwischen Europa und Mexico unterscheidet: "Es tut mir leid, aber es ist nicht nur der spanische, sondern auch der indianische Einfluss." Octavio Paz verarbeitet das in seinem Werk "Labyrinth der Einsamkeit". Für Paz sind die Mexikaner sowohl Spanier wie auch Indianer, wenn sie auch weder von den einen noch von den anderen abstammen wollen. Mit der Ablehnung ihrer Vergangenheit verneinen die Mexikaner sich selbst: "Sie werden zu Söhnen des Nichts und beginnen in sich selbst." Aber noch ein weiterer Umstand im mexikanischen Nationalgefühl ist problematisch. Einerseits ist man eine eigene Nation und älter als die USA, andererseits ist man wirtschaftlich von ihnen abhängig und fühlt sich oft genug (zu Recht) arrogant behandelt. Es wird ein bißchen in diesem Spruch deutlich: "Pobre Mexico; Lejos de dios y cerca de los Estados Unidos." (Armes Mexiko; Fern von Gott und nahe an den USA). Trotz allem gibt es ein sehr viel stärkeres Nationalgefühl, als in Deutschland. Auch ein "gesunder" Militarismus ist vorhanden. Abgesehen vom Zimmermann-Telegramm und einigen Scharmützeln im Pazifikkrieg auf Seiten der Alliierten war Mexico niemals in die 2 Weltkriege verwickelt gewesen, was natürlich den Patriotismus positiv beeinflusst.

Nun noch etwas zur Haltung gegenüber Deutschland. Allzuviel weiß man nicht über das Land, allerdings spielt natürlich Luther auch hier eine Rolle, im klassischen Radio kann man Beethoven hören (in der Nähe des Palacio de Bellas Artes steht sogar eine Statue von ihm; s.o. bei den Bildern) und viele Schulen sind nach Alejandro de Humboldt bennant. Man denkt, dass wir sehr fleißig, seriös und ernst wären, aber das Leben nicht genießen könnten. Natürlich sollte man nicht verallgemeinern, aber im Vergleich zu den Mexikanern stimmt das auch ;-)). Wir werden auch zum Glück nicht nur auf Nationalsozialisten reduziert, auch wenn ich mal gefragt wurde, ob ich Türken hasse.

Dienstag, 5. Mai 2009

erstes Mal wieder Segeln




Heute war der erste Tag, an dem wir wieder segeln konnten, da wir vorher aufgrund der Grippe in unserem Haus bleiben mussten. Vorher war ich immer auf Kielbooten gesegelt, diese sind durch ihre Größe und durch den Kiel sehr viel wasserstabiler als z.B. Laser. Durch meine Unerfahrenheit bin ich dann auch vier mal gekentert, was am Ende ziemlich unangenehm war. Nicht weil das Wasser kalt war (das war es nämlich nicht), sondern weil es sehr verschmutzt ist, was in Verbund mit meinem Sonnenbrand für schöne Gefühle sorgt. ;-))

Hoy fue el primero dia cuando nosotros pudemos ir a velear otra vey. Antes fuimos cerrado en la casa por la influenza. Yo velee antes, pero solo con barcos de quilla. Por eso yo hice voltadas cuatros veces. Por mi piel blanco yo tuve tambien unas quemaduras (aunque y puse me crema del sol) en ese dia y porque el agua fue muy sucio fue un poquito incomodo.


PS: ich weise auf mein T-Shirt hin (kann man bei der Internetbildauflösung wahrscheinlich schlecht lesen): "Hier steckt Qualität aus Franken drin" ;-)))

Samstag, 2. Mai 2009

2. Valle de Bravo


Durch die Influenza (ob es Flucht ist, oder die Leute gehen, weil sie freie Zeit haben, weiß ich nicht) sind viele Menschen aus Ciudad de Mexico nach Valle de Bravo gekommen. Aus dem Grund hat meine Gastmutter eine "Ausgangssperre" für alle verhängt und wir können nicht in den Segelclub, in Bars, oder zu Freunden gehen. Am Anfang hat mir das noch sehr gefallen, da ich ausschlafen konnte und mich einfach für 2 Stunden in die Hängematte legen konnte. Außerdem spielen wir die ganze Zeit Mafiosi (das ich ihnen beigebracht habe), Kanaster und eine Mischung aus Mäxxle und Poker (ja, das gibt's). Zumindest war es mal schön, die ganze Zeit faul rumliegen zu können. Aber allmählich fehlen mir (und den anderen auch) Abwechslungen und Aufgaben (ob das bei den anderen auch so ist, weiß ich nicht, aber ich bereue es zutiefst mir kein Chemiebuch mitgenommen zu haben). Allerdings glaube ich, dass jetzt der schlimmste Punkt für mich überwunden ist, da ich einfach in der freien Zeit Griechisch lerne und Mathe mache. Aber wie immer hat auch hier die Royal Navy mit ihrem (frei übersetzten) Spruch recht: Nur ein Seemann, der etwas zu tun hat, ist ein guter Seemann.
Von einer Sache muss ich aber noch unbedingt berichten: ich habe 2 Nächte draußen in der Hängematte geschlafen. Das ist eine Sache, die zu den 999 (ist mir eigentlich egal wie viel) Dingen zählt, die man in seinem Leben gemacht haben muss. Es war die Hölle. Am ersten Tag konnte ich aus mehreren Gründen die ganze Nacht nicht schlafen. Dies lag zum einen an den Moskitos und zum anderen an den Tlacuaches (wie Mäuse, nur etwas größer), aufgrund deren Tapp tapp tapp ich dauernd aufschreckte, weil es sich anhörte, als ob sich jemand heranschleicht. Eigentlich wollte ich dann am nächsten Tag in meinem Bett schlafen, dachte mir aber dann, dass es ein psychologisches Problem gewesen war und der größte Feind bekanntlich man selbst ist und ich es deshalb nochmal machen muss. Am zweiten Mal schlief ich dann hervorragend und wurde um 7:00 Uhr von der Sonne geweckt.

Mittwoch, 29. April 2009

Nachtrag zur Influenza

Da mich einige nach der Wirksamkeit eines Mundschutzes fragten, kopiere ich ich jetzt einfach einen Teil des "Pandemieplanes des Auswärtigen Amtes" in meinen Blog:

Tragen eines Mund-Nasen-Schutzes
Spezielle Atemschutzmasken sind Bestandteil der Schutzkleidung bei der Versorgung von Kranken, die an hoch ansteckenden Infektionskrankheiten leiden. Atemschutzmasken verlieren ihre Filterwirkung, wenn sie feucht werden oder mit Partikeln verstopfen. Sie müssen dann gewechselt werden (nach ca. 2 – 3 Stunden). Das Tragen eines einfachen dichtanliegenden und mehrlagigen Mund-Nasen-Schutzes kann möglicherweise einen gewissen individuellen Schutz bieten. Entsprechende Untersuchungen, die dies belegen, fehlen jedoch bisher. Ob im Falle einer Pandemie das Tragen eines Mund-Nasen-Schutzes in der Öffentlichkeit, wie während der SARS – Epidemie zu sehen, das Infektionsrisiko senkt, ist daher unklar. Eine solche Maßnahme darf nicht zu einem falschen Sicherheitsgefühl und damit zur Vernachlässigung anderer wichtiger Verhaltensregeln (s.o.) verleiten. Dünne Papiermasken sind nach ca. 20 Minuten durchfeuchtet und verlieren ihre Wirksamkeit. An ihre sichere Entsorgung muss gedacht werden. Ein einfacher dichtanliegender und mehrlagiger Mund-Nasen-Schutz kann als Ausatemschutz für Kranke sinnvoll sein (Senkung der Virusstreuung). Einlagige Masken sind nicht sinnvoll.


Gute Besserung ;-))

Dienstag, 28. April 2009

Die Luftverschmutzung


Obwohl ich zurzeit in Valle de Bravo auf dem Land bin, werde ich mich jetzt mit der Luftverschmutzung in Ciudad de Mexico beschäftigen. Zuerst werde ich allgemein statistisch über den Hintergrund schreiben und danach von meinen eigenen Erfahrungen berichten.

Wirtschaft:
Das Land Mexiko ist ein Schwellenland mit allen möglichen Wirtschaftsformen. In den Städten, insbesondere in Ciudad de Mexico gibt es Hochhausviertel, IT-Unternehmen und Banken. Auf der anderen Seite gibt es viele Dörfer ohne fließendes Wasser und geteerten Straßen mit einer sehr unprdoduktiven Landwirtschaft (hoher Arbeitskräfteeinsatz bei geringem Ertrag). Zwischen diesen Extremen verdient die Mehrheit der Mexikaner ihr täglich Brot. D.h ganz herkömmliche Industrie, die lange nicht die Produktivität der westlichen Fabriken erreicht und viele billige Arbeiter zur Verfügung hat und deswegen nicht rationalisieren muss. Außerdem sind die Umweltgesetze nicht so streng und die Polizei in Teilen korrupt. Dementsprechend ist auch die Umweltverschmutzung im Umfeld dieser Fabriken sehr hoch. Dies gilt natürlich nicht nur für die Stadt Mexico sondern für das ganze Land (insbesondere der industrialisierte Norden an der Grenze zu den USA ist davon betroffen).

Öffentliche Verkehrsmittel:
Noch mehr als Paris in Frankreich, ist Ciudad de Mexico die Metropole des Landes. Hier wohnen fast 1/5 der gesamten Einwohner Mexicos. Dies bedeutet, dass ein schlechter ÖPNV in Ciudad de Mexiko alle Bemühungen um einen guten/umweltfreundlichen Fernverkehr sinnlos macht. In Mexico sind beide schlecht. Es gibt nämlich gar keinen Personenfernverkehr, da seit längerer Zeit nur noch Güter transportiert werden. In Ciudad de Mexico gibt es natürlich eine öffentliche Infrastruktur, die allerdings äußerst heterogen verteilt ist und je nach Tageszeit von einem weißen Ausländer unter Umständen nicht benutzt werden sollte. Es gibt eine U-Bahn, diese ist zwar äußerst billig 2 Pesos = ca. 10 ct, steht aber nur im Stadtzentrum zur Verfügung. Außerdem gibt es natürlich Busse, die fast überall verkehren und die in den Straßen eigene Spuren zur Verfügung haben. Meine Gastfamilie und viele andere (viel zu viele) nutzen aber das Auto, da die öffentliche Infrastruktur hoffnungslos überlastet und nicht besonders sicher ist.

Topographie:
Ciudad de Mexico ist eine 2.000 über dem Meer von Bergen umgebene Stadt. Diese Berge begrenzen die Luftzirkulation effektiv. Außerdem treten manchmal Inversionswetterlagen auf (Der Wikipediaartikel dazu ist gut, deswegen werde ich nicht erklären, was das ist).
Was mich überrascht hat, dass es sehr viele Bäume in den Straßen gibt, die natürlich für eine Verbesserung der Luft sorgen.

Das Erste, was ich zu meinen Erfahrungen sagen muss, ist, dass ich Heuschnupfen habe und deswegen die schlechte Luft sehr leicht fühle. Allerdings ist mir genau das nicht passiert; die Luft war genauso wie in meiner Heimatstadt Bamberg, welches eine Kleinstadt im Fränkischen mit funktionierender, deutscher (Umwelt-)bürokratie ist. Ich muss natürlich betonen, dass zu der Zeit, wo ich in Ciudad de Mexico war, keine Inversionswetterlage herrschte. Zur Zeit soll es diese geben. Da ich jetzt aber auf dem Land bin, merke ich davon nichts und kann von keinen persönlichen Erfahrungen berichten. Es gab nur eine Sache, die wirklich auffiel und an der man auch ohne Messgerät merkte, dass die Luftverschmutzung hoch ist: die einzigen Sterne, die man sehen konnte waren Polarstern, Sirius und einige andere sehr helle. Außerdem erschien der Mond sehr gelb.
Zusammenfassend kann man sagen, dass Mexicocity (und Mexico allgemein) große Defizite in der öffentlichen Infrastruktur hat, die Umweltpolitik in keinster Weise mit Deutschland in Konkurrenz treten kann, aber, dass die Luft besser ist, als man in Deutschland glaubt (sie ist gut atembar).

Samstag, 25. April 2009

Grippenpandemie/Pandemia de la Influenca


Eigentlich wollte ich mich ja heute mit der Luftverschmutzung beschäftigen. Aber die Grippe ist jetzt wahrscheinlich wesentlich interessanter.
Es war ungefähr um 23:00 Uhr, als ich ins Bett ging und Karla mich gleich wieder weckte und mir sagte, dass es morgen keine Schule gäbe, da eine Grippe herumgeht. Ich war zuerst einmal froh, dass ich morgen länger schlafen konnte und schlief den Schlaf der Seligen. Am nächsten Morgen, bzw. schon fast Mittag, nach dem Aufstehen erfuhr ich dann, dass durch das Gesundheitsministerium alle öffentlichen Gebäude wie Museen und Schulen geschlossen wurden. Das hat mich dann doch ein bißchen beunruhigt. Davor dachte ich nur, dass es eine saisonale Grippe in der Schule ist und die Mexikaner ein bißchen überreagieren. Am Abend machte dann ein Freund meines Gastbruders eine Party, auf der man merkte, dass die Grippe noch eher als Schulfrei als als Gefahr empfunden wurde, da z.B. Trinksprüche: "Auf die Grippe, auf dass wir nicht zur Schule gehen müssen (von mir übersetzt)." ausgebracht wurden. Am nächsten Tag begann ich aber vermehrt mit den Nachrichten zu beschäftigen und merkte, dass es doch nicht so lustig ist, da diese grippe sehr leicht tödlich verlaufen kann und im Gegensatz zu H5N1 höchstwahrscheinlich die Mensch-Mensch-Schranke passieren konnte. Aus diesem Grund besteht die Gefahr einer schnellen, weltweiten Verbreitung einer tödlichen Krankheit, was allgemein als Pandemie bezeichnet wird. Sollte es dazu kommen, dass Mexiko der Lage nicht Herr wird, könnte es sogar sein, dass eine Quarantäne über das Land verhängt wird. Allerdings ist es fraglich, ob das überhaupt Früchte tragen wird, da auch schon erste Fälle in den USA auftraten. Das Gefühl hier ist ein bißchen das vor einem Gewitter. Es gibt keine Massenpanik, aber man meidet öffentliche Plätze, bleibt zu Hause und trägt einen Mundschutz (das auf dem Bild bin ich). Weil auf dem Land die Ansteckungsgefahr niedriger ist und wir ein sehr langes Wochenende haben (und natürlich weil es dort schöner ist) sind wir nach Valle de Bravo gefahren, das man ein bißchen mit Konstanz, oder Lindau vergleichen kann. Es liegt an einem See und meine Gastfamilie hat dort ein Landhaus. Da das Foto alles sagt und zeigt, wie schön es dort ist, schreibe ich jetzt nichts mehr, außer, dass meine Gastfamilie sogar ein Boot hat und ich morgen vielleicht segeln gehe.

Propiamente yo hoy quise que escribir sobre la contamacion del aire. Pero ahora hay una cosa mas interesante, que es la influenca en Mexico y en el Sur de los Estados Unidos. En la noche Karla me desperto para decirme que manana no hay clase, por una influencia. Yo fui cansado y por eso satisfecho que yo puedo dormir mas lejo. Al dia siguiente oi que los todos plazos publicos fueron cerado, por la influenca. Por esa noticia fui un poco mas preocupado, por que al principio pense que es solo una influenca saisonal y los mexicanos son un poco loco. En esas noches fuimos (Alvaro y yo) a una fiesta de un amigo del instituto y se puso ver, que la influenca es mas "no hay clases", que un peligro real, porque hicieron brindis como:" "A la Influenca, que no tenemos que ir a la escuela." Al dia siguiente yo lei mas noticias y apprendi que la influenca puede ser una pandemia. Si ocurre asi el pais mexico va a ser bajo Quarantena y yo no puedo volver a Alemania. Aunque puede hay una pandemia no hay alguno panico (todavia). Es mas antes una tormenta. La gente no van a plazos publicos, quedan a casa y llevan tubrebocas. Porque en el campo el peligro de enfermar es mas bajo y tenemos vacaciones por la influenca (y por supuesto, porque es muy bonito) fuimos a Valle de Bravo que es una ciudad a un lago bonitisimo. La foto dice todo y por eso yo solo voy a decir mas, que hasta yo puedo velear manana.

Mittwoch, 22. April 2009

Meine Familie



Aufgrund einer unglücklichen Sitzwahl konnten Stefan (ein Klassenkamerad, der mit mir nach Mexiko geht/ging) und ich leider nicht nebeneinander sitzen. Als wir in Mexiko waren mussten wir uns dann schon wieder trennen :-((, weil wir verschiedene Gastfamilien hatten. Stefan kannte schon die Tochter seiner Familie, weil sie in unserer Schule war, während ich ins kalte Wasser springen mussten. Allerdings war es so genauso gut, da ich gezwungen bin die ganze Zeit Spanisch zu reden und meine Familie total nett ist. Alvaro, der mein Gastbruder ist, geht auf die "Colegio de Aleman de Alexander von Humboldt" und wird nächstes Jahr für ein paar Monate nach Afra gehen. Er ist jetzt 17 Jahre und auf dem Bild der mit dem weißen T-Shirt. (Ich bin dementsprechend der mit dem grün-weißen Hemd). Im Großen und Ganzen unterscheiden sich die Jugendlichen hier nicht wirklich von denen in Deutschland (auf die Unterschiede werde ich in einem anderen Post kommen). Wir gehen auf "Fiestas" in einen Sportclub, den "Club Aleman", spielen Computer und diskutieren. Außerdem haben wir ein gleiches Lieblingsfach nämlich Physik (Mein Leben ist trotzdem etwas wert ;-)). Meine Gastmutter heißt Karla. Ihr Großvater war Deutscher, der als Junge nach Mexiko kam, weil die Familie vor den alliierten Bombardements floh. (Da Alvaro von der Schule her natürlich auch Deutsch kann, stimmt es nicht ganz, dass wir nur Spanisch reden.) Sie ist Lehrerin in einer Kochschule und dementsprechend gut ist auch das Essen.
Ich habe ein eigenes Zimmer mit allen Annehmlichkeiten die die Zivilisation einem bietet. Es stehen sogar Bäume direkt vor meinem Fenster.
Entgegem dem allgemeinen Vorurteil in Deutschland (auch meinem zu Anfangs) gibt es nämlich nicht nur Teer und Beton, sondern ziemlich viele Bäume, die auch nicht nur vor meinem Fenster, sondern überall in der Stadt herumstehen.
Das ist eigentlich schon eine hervorragende Einleitung zur Luftverschmutzung, ich bin jetzt aber müde.

Außerdem werde ich ab morgen meinen Post in Deutsch und Spanisch schreiben.

Dienstag, 21. April 2009

Einleitung

Sehr geehrter Leser.
Dieser Blog soll zwei Funktionen erfüllen. Zum einen soll er für mich ein Reisetagebuch darstellen, zum anderen will ich mich auch allgemeinen Betrachtungen über Mexikocity widmen.
Inhalte sind dann beispielsweise die Infrastruktur einer gigantischen, wuchernden Stadt. Diese werde ich mit allgemeinen Quellen und mit eigenen Erlebnissen (und Fotos) schreiben.
Die Artikel werde ich teils auf Deutsch und für meine Übung teils auf Spanisch schreiben.
Hier ist anzumerken, dass mein Spanisch sehr schlecht ist und es höchstwahrscheinlich einige Fehler gibt.

Die Reise


Da durch die inzwischen hervorragend routinierten Möglichkeiten des Reisens eine Erzählung äußerst langweilig wäre, werde ich mich nur auf ein paar interessante Aspekte beschränken.
Da ich über Newark (New York) flog, musste ich in die Vereinigten Staaten. Gefühlt ist dieses Gebiet die größte preußische Exklave. Zumindest haben sie deren Bürokratie kopiert. Es war für mich sehr überraschend, dass wir Passagiere/potentielle Terroristen sogar metallene Messer bekamen. Zumindest musste man endlos irgendwelche Kontrollen über sich ergehen lassen. Ein weiteres Problem, das leicht erklärt und weit bekannt ist, betrifft die 7 Stunden Zeitunterschied. Nominell war ich von 6 Uhr morgens bis 1 Uhr nachts wach; Real 26 Stunden. Da die trockene Luft ihm Flugzeug einem noch zusätzlich viel Wasser entzog, war ich total gerädert.
Man kann in Wikipedia (oder sogar mal in papiernen Zusammenstellungen namens Büchern) lesen, dass Ciudad de Mexico ca. 20 Millionen Einwohner hat (die Stadt selber hat nur ca. 8 Millionen, allerdings macht es mehr Sinn die Metropolregion als Ganzes zu zählen).
Diese Zahl wirkt natürlich groß, wenn man es ins Verhältnis zu Berlin, München, Hamburg... setzt, allerdings sagt einem das noch nicht viel.
Als wir im Landeanflug waren warf ich einen Blick zur Seite auf die hell erleuchtete Stadt (es war Nachts). Der ganze Boden war gelb und man konnte kein Ende der Stadt sehen. Selbst vom Flugzeug war es nicht möglich den Horizont zu sehen. Überall waren Häuser und Lampen. Schon dieser Anblick machte deutlich, wie gigantisch dieser Moloch ins Umland hineinwuchert. Leider saß ich nicht am Fenster und konnte kein Bild davon machen. Allerdings habe ich eines aus dem Internet hineingestellt.