Mittwoch, 29. April 2009

Nachtrag zur Influenza

Da mich einige nach der Wirksamkeit eines Mundschutzes fragten, kopiere ich ich jetzt einfach einen Teil des "Pandemieplanes des Auswärtigen Amtes" in meinen Blog:

Tragen eines Mund-Nasen-Schutzes
Spezielle Atemschutzmasken sind Bestandteil der Schutzkleidung bei der Versorgung von Kranken, die an hoch ansteckenden Infektionskrankheiten leiden. Atemschutzmasken verlieren ihre Filterwirkung, wenn sie feucht werden oder mit Partikeln verstopfen. Sie müssen dann gewechselt werden (nach ca. 2 – 3 Stunden). Das Tragen eines einfachen dichtanliegenden und mehrlagigen Mund-Nasen-Schutzes kann möglicherweise einen gewissen individuellen Schutz bieten. Entsprechende Untersuchungen, die dies belegen, fehlen jedoch bisher. Ob im Falle einer Pandemie das Tragen eines Mund-Nasen-Schutzes in der Öffentlichkeit, wie während der SARS – Epidemie zu sehen, das Infektionsrisiko senkt, ist daher unklar. Eine solche Maßnahme darf nicht zu einem falschen Sicherheitsgefühl und damit zur Vernachlässigung anderer wichtiger Verhaltensregeln (s.o.) verleiten. Dünne Papiermasken sind nach ca. 20 Minuten durchfeuchtet und verlieren ihre Wirksamkeit. An ihre sichere Entsorgung muss gedacht werden. Ein einfacher dichtanliegender und mehrlagiger Mund-Nasen-Schutz kann als Ausatemschutz für Kranke sinnvoll sein (Senkung der Virusstreuung). Einlagige Masken sind nicht sinnvoll.


Gute Besserung ;-))

Dienstag, 28. April 2009

Die Luftverschmutzung


Obwohl ich zurzeit in Valle de Bravo auf dem Land bin, werde ich mich jetzt mit der Luftverschmutzung in Ciudad de Mexico beschäftigen. Zuerst werde ich allgemein statistisch über den Hintergrund schreiben und danach von meinen eigenen Erfahrungen berichten.

Wirtschaft:
Das Land Mexiko ist ein Schwellenland mit allen möglichen Wirtschaftsformen. In den Städten, insbesondere in Ciudad de Mexico gibt es Hochhausviertel, IT-Unternehmen und Banken. Auf der anderen Seite gibt es viele Dörfer ohne fließendes Wasser und geteerten Straßen mit einer sehr unprdoduktiven Landwirtschaft (hoher Arbeitskräfteeinsatz bei geringem Ertrag). Zwischen diesen Extremen verdient die Mehrheit der Mexikaner ihr täglich Brot. D.h ganz herkömmliche Industrie, die lange nicht die Produktivität der westlichen Fabriken erreicht und viele billige Arbeiter zur Verfügung hat und deswegen nicht rationalisieren muss. Außerdem sind die Umweltgesetze nicht so streng und die Polizei in Teilen korrupt. Dementsprechend ist auch die Umweltverschmutzung im Umfeld dieser Fabriken sehr hoch. Dies gilt natürlich nicht nur für die Stadt Mexico sondern für das ganze Land (insbesondere der industrialisierte Norden an der Grenze zu den USA ist davon betroffen).

Öffentliche Verkehrsmittel:
Noch mehr als Paris in Frankreich, ist Ciudad de Mexico die Metropole des Landes. Hier wohnen fast 1/5 der gesamten Einwohner Mexicos. Dies bedeutet, dass ein schlechter ÖPNV in Ciudad de Mexiko alle Bemühungen um einen guten/umweltfreundlichen Fernverkehr sinnlos macht. In Mexico sind beide schlecht. Es gibt nämlich gar keinen Personenfernverkehr, da seit längerer Zeit nur noch Güter transportiert werden. In Ciudad de Mexico gibt es natürlich eine öffentliche Infrastruktur, die allerdings äußerst heterogen verteilt ist und je nach Tageszeit von einem weißen Ausländer unter Umständen nicht benutzt werden sollte. Es gibt eine U-Bahn, diese ist zwar äußerst billig 2 Pesos = ca. 10 ct, steht aber nur im Stadtzentrum zur Verfügung. Außerdem gibt es natürlich Busse, die fast überall verkehren und die in den Straßen eigene Spuren zur Verfügung haben. Meine Gastfamilie und viele andere (viel zu viele) nutzen aber das Auto, da die öffentliche Infrastruktur hoffnungslos überlastet und nicht besonders sicher ist.

Topographie:
Ciudad de Mexico ist eine 2.000 über dem Meer von Bergen umgebene Stadt. Diese Berge begrenzen die Luftzirkulation effektiv. Außerdem treten manchmal Inversionswetterlagen auf (Der Wikipediaartikel dazu ist gut, deswegen werde ich nicht erklären, was das ist).
Was mich überrascht hat, dass es sehr viele Bäume in den Straßen gibt, die natürlich für eine Verbesserung der Luft sorgen.

Das Erste, was ich zu meinen Erfahrungen sagen muss, ist, dass ich Heuschnupfen habe und deswegen die schlechte Luft sehr leicht fühle. Allerdings ist mir genau das nicht passiert; die Luft war genauso wie in meiner Heimatstadt Bamberg, welches eine Kleinstadt im Fränkischen mit funktionierender, deutscher (Umwelt-)bürokratie ist. Ich muss natürlich betonen, dass zu der Zeit, wo ich in Ciudad de Mexico war, keine Inversionswetterlage herrschte. Zur Zeit soll es diese geben. Da ich jetzt aber auf dem Land bin, merke ich davon nichts und kann von keinen persönlichen Erfahrungen berichten. Es gab nur eine Sache, die wirklich auffiel und an der man auch ohne Messgerät merkte, dass die Luftverschmutzung hoch ist: die einzigen Sterne, die man sehen konnte waren Polarstern, Sirius und einige andere sehr helle. Außerdem erschien der Mond sehr gelb.
Zusammenfassend kann man sagen, dass Mexicocity (und Mexico allgemein) große Defizite in der öffentlichen Infrastruktur hat, die Umweltpolitik in keinster Weise mit Deutschland in Konkurrenz treten kann, aber, dass die Luft besser ist, als man in Deutschland glaubt (sie ist gut atembar).

Samstag, 25. April 2009

Grippenpandemie/Pandemia de la Influenca


Eigentlich wollte ich mich ja heute mit der Luftverschmutzung beschäftigen. Aber die Grippe ist jetzt wahrscheinlich wesentlich interessanter.
Es war ungefähr um 23:00 Uhr, als ich ins Bett ging und Karla mich gleich wieder weckte und mir sagte, dass es morgen keine Schule gäbe, da eine Grippe herumgeht. Ich war zuerst einmal froh, dass ich morgen länger schlafen konnte und schlief den Schlaf der Seligen. Am nächsten Morgen, bzw. schon fast Mittag, nach dem Aufstehen erfuhr ich dann, dass durch das Gesundheitsministerium alle öffentlichen Gebäude wie Museen und Schulen geschlossen wurden. Das hat mich dann doch ein bißchen beunruhigt. Davor dachte ich nur, dass es eine saisonale Grippe in der Schule ist und die Mexikaner ein bißchen überreagieren. Am Abend machte dann ein Freund meines Gastbruders eine Party, auf der man merkte, dass die Grippe noch eher als Schulfrei als als Gefahr empfunden wurde, da z.B. Trinksprüche: "Auf die Grippe, auf dass wir nicht zur Schule gehen müssen (von mir übersetzt)." ausgebracht wurden. Am nächsten Tag begann ich aber vermehrt mit den Nachrichten zu beschäftigen und merkte, dass es doch nicht so lustig ist, da diese grippe sehr leicht tödlich verlaufen kann und im Gegensatz zu H5N1 höchstwahrscheinlich die Mensch-Mensch-Schranke passieren konnte. Aus diesem Grund besteht die Gefahr einer schnellen, weltweiten Verbreitung einer tödlichen Krankheit, was allgemein als Pandemie bezeichnet wird. Sollte es dazu kommen, dass Mexiko der Lage nicht Herr wird, könnte es sogar sein, dass eine Quarantäne über das Land verhängt wird. Allerdings ist es fraglich, ob das überhaupt Früchte tragen wird, da auch schon erste Fälle in den USA auftraten. Das Gefühl hier ist ein bißchen das vor einem Gewitter. Es gibt keine Massenpanik, aber man meidet öffentliche Plätze, bleibt zu Hause und trägt einen Mundschutz (das auf dem Bild bin ich). Weil auf dem Land die Ansteckungsgefahr niedriger ist und wir ein sehr langes Wochenende haben (und natürlich weil es dort schöner ist) sind wir nach Valle de Bravo gefahren, das man ein bißchen mit Konstanz, oder Lindau vergleichen kann. Es liegt an einem See und meine Gastfamilie hat dort ein Landhaus. Da das Foto alles sagt und zeigt, wie schön es dort ist, schreibe ich jetzt nichts mehr, außer, dass meine Gastfamilie sogar ein Boot hat und ich morgen vielleicht segeln gehe.

Propiamente yo hoy quise que escribir sobre la contamacion del aire. Pero ahora hay una cosa mas interesante, que es la influenca en Mexico y en el Sur de los Estados Unidos. En la noche Karla me desperto para decirme que manana no hay clase, por una influencia. Yo fui cansado y por eso satisfecho que yo puedo dormir mas lejo. Al dia siguiente oi que los todos plazos publicos fueron cerado, por la influenca. Por esa noticia fui un poco mas preocupado, por que al principio pense que es solo una influenca saisonal y los mexicanos son un poco loco. En esas noches fuimos (Alvaro y yo) a una fiesta de un amigo del instituto y se puso ver, que la influenca es mas "no hay clases", que un peligro real, porque hicieron brindis como:" "A la Influenca, que no tenemos que ir a la escuela." Al dia siguiente yo lei mas noticias y apprendi que la influenca puede ser una pandemia. Si ocurre asi el pais mexico va a ser bajo Quarantena y yo no puedo volver a Alemania. Aunque puede hay una pandemia no hay alguno panico (todavia). Es mas antes una tormenta. La gente no van a plazos publicos, quedan a casa y llevan tubrebocas. Porque en el campo el peligro de enfermar es mas bajo y tenemos vacaciones por la influenca (y por supuesto, porque es muy bonito) fuimos a Valle de Bravo que es una ciudad a un lago bonitisimo. La foto dice todo y por eso yo solo voy a decir mas, que hasta yo puedo velear manana.

Mittwoch, 22. April 2009

Meine Familie



Aufgrund einer unglücklichen Sitzwahl konnten Stefan (ein Klassenkamerad, der mit mir nach Mexiko geht/ging) und ich leider nicht nebeneinander sitzen. Als wir in Mexiko waren mussten wir uns dann schon wieder trennen :-((, weil wir verschiedene Gastfamilien hatten. Stefan kannte schon die Tochter seiner Familie, weil sie in unserer Schule war, während ich ins kalte Wasser springen mussten. Allerdings war es so genauso gut, da ich gezwungen bin die ganze Zeit Spanisch zu reden und meine Familie total nett ist. Alvaro, der mein Gastbruder ist, geht auf die "Colegio de Aleman de Alexander von Humboldt" und wird nächstes Jahr für ein paar Monate nach Afra gehen. Er ist jetzt 17 Jahre und auf dem Bild der mit dem weißen T-Shirt. (Ich bin dementsprechend der mit dem grün-weißen Hemd). Im Großen und Ganzen unterscheiden sich die Jugendlichen hier nicht wirklich von denen in Deutschland (auf die Unterschiede werde ich in einem anderen Post kommen). Wir gehen auf "Fiestas" in einen Sportclub, den "Club Aleman", spielen Computer und diskutieren. Außerdem haben wir ein gleiches Lieblingsfach nämlich Physik (Mein Leben ist trotzdem etwas wert ;-)). Meine Gastmutter heißt Karla. Ihr Großvater war Deutscher, der als Junge nach Mexiko kam, weil die Familie vor den alliierten Bombardements floh. (Da Alvaro von der Schule her natürlich auch Deutsch kann, stimmt es nicht ganz, dass wir nur Spanisch reden.) Sie ist Lehrerin in einer Kochschule und dementsprechend gut ist auch das Essen.
Ich habe ein eigenes Zimmer mit allen Annehmlichkeiten die die Zivilisation einem bietet. Es stehen sogar Bäume direkt vor meinem Fenster.
Entgegem dem allgemeinen Vorurteil in Deutschland (auch meinem zu Anfangs) gibt es nämlich nicht nur Teer und Beton, sondern ziemlich viele Bäume, die auch nicht nur vor meinem Fenster, sondern überall in der Stadt herumstehen.
Das ist eigentlich schon eine hervorragende Einleitung zur Luftverschmutzung, ich bin jetzt aber müde.

Außerdem werde ich ab morgen meinen Post in Deutsch und Spanisch schreiben.

Dienstag, 21. April 2009

Einleitung

Sehr geehrter Leser.
Dieser Blog soll zwei Funktionen erfüllen. Zum einen soll er für mich ein Reisetagebuch darstellen, zum anderen will ich mich auch allgemeinen Betrachtungen über Mexikocity widmen.
Inhalte sind dann beispielsweise die Infrastruktur einer gigantischen, wuchernden Stadt. Diese werde ich mit allgemeinen Quellen und mit eigenen Erlebnissen (und Fotos) schreiben.
Die Artikel werde ich teils auf Deutsch und für meine Übung teils auf Spanisch schreiben.
Hier ist anzumerken, dass mein Spanisch sehr schlecht ist und es höchstwahrscheinlich einige Fehler gibt.

Die Reise


Da durch die inzwischen hervorragend routinierten Möglichkeiten des Reisens eine Erzählung äußerst langweilig wäre, werde ich mich nur auf ein paar interessante Aspekte beschränken.
Da ich über Newark (New York) flog, musste ich in die Vereinigten Staaten. Gefühlt ist dieses Gebiet die größte preußische Exklave. Zumindest haben sie deren Bürokratie kopiert. Es war für mich sehr überraschend, dass wir Passagiere/potentielle Terroristen sogar metallene Messer bekamen. Zumindest musste man endlos irgendwelche Kontrollen über sich ergehen lassen. Ein weiteres Problem, das leicht erklärt und weit bekannt ist, betrifft die 7 Stunden Zeitunterschied. Nominell war ich von 6 Uhr morgens bis 1 Uhr nachts wach; Real 26 Stunden. Da die trockene Luft ihm Flugzeug einem noch zusätzlich viel Wasser entzog, war ich total gerädert.
Man kann in Wikipedia (oder sogar mal in papiernen Zusammenstellungen namens Büchern) lesen, dass Ciudad de Mexico ca. 20 Millionen Einwohner hat (die Stadt selber hat nur ca. 8 Millionen, allerdings macht es mehr Sinn die Metropolregion als Ganzes zu zählen).
Diese Zahl wirkt natürlich groß, wenn man es ins Verhältnis zu Berlin, München, Hamburg... setzt, allerdings sagt einem das noch nicht viel.
Als wir im Landeanflug waren warf ich einen Blick zur Seite auf die hell erleuchtete Stadt (es war Nachts). Der ganze Boden war gelb und man konnte kein Ende der Stadt sehen. Selbst vom Flugzeug war es nicht möglich den Horizont zu sehen. Überall waren Häuser und Lampen. Schon dieser Anblick machte deutlich, wie gigantisch dieser Moloch ins Umland hineinwuchert. Leider saß ich nicht am Fenster und konnte kein Bild davon machen. Allerdings habe ich eines aus dem Internet hineingestellt.