Montag, 25. Mai 2009
Die Wirtschaft in Mexico
Eigentlich würde man erwarten, dass Spätindustrialisierung ein Nachteil ist. Aufgrund der von Anfang an vorhandenen Technologie muss man diverse Fortschritte aber nicht mehr selber vollziehen. So konnte Deutschland relativ schnell mit England aufschließen und sogar überholen, da immer das Modernste verwendet wurde und die Engländer (obwohl Sir William Henry Perkin das Mauvein entwickelt hatten) die chemische Industrie verschliefen. Aus diesem Grund kann man Mexiko mit gutem Recht als Schwellenland bezeichnen. Es gibt, das steht außer Frage, große Armut, aber das Land wächst und eine Mittelschicht entsteht. Außerdem und das ist glaube ich das wirklich wichtige, fast niemand bettelt. Wenn jemand keine Arbeit hat, dann holt er sich Holz und Farbe und fertigt irgendetwas daraus, was er dann verkauft und zwar (vom Gefühl her) wie ein ganz normaler Verkäufer, der einen angemeldeten Laden hat und der Gewerbeordnung unterliegt. Im Gegensatz zu Deutschland sind die Leute hier fleißiger, was auch die Nachteile eines überfunktionierenden Sozialsystems/Staats zeigt. (Wahrscheinlich werde ich jetzt kommentargelyncht ;-)). Die einzigen Dinge, die Mexiko jetzt stoppen könnten, ist die Umweltverschmutzung. Die Kriminalität ist für das Fernsehen interessant, im Prinzip beschränkt sich die Drogenmafia aber auf drei nördliche estados. Außerdem wird jetzt schon die Armee eingesetzt, um die mafia zu besiegen und selbst, wenn sie gerade noch sehr stark ist, dann verbraucht der Kampf trotzdem sehr viele Geldmittel, die der Staat leichter nachführen kann, als eine kriminelle Vereinigung. Spätestens wenn die USA auch noch eingreifen, heißt es Mafiajagd und nicht Mafiajäger. Außerdem können in dem Maße wie die Wirtschaft wächst auch die Staatseinnahmen und damit die Gehälter der Polizisten steigen, was die Korruption sinken lässt. Von den OECD-Ländern hat Mexiko die niedrigste Steuerquote die bei 11% liegt. Da ein großer Nachteil Mexikos nicht fehlendes Unternehmertum ist (denn die Leute gründen), sondern ein zu schlechtes Sozialsystem, Korruption, Müllversorgung und Infrastruktur, würden sich 20% Staatsquote gut machen. Diese Steuern sollten dann am Besten auf Luxuswaren erhoben werden. Außerdem kann man problemlos Steuern auf Öl erheben (Der Ölpreis in Deutschland dreifach so groß)(die Begründung:"warum Luxuswaren" ist sehr lang und ich zu faul sie hinzuschreiben. Im Wealth of Nations von Adam Smith zu finden. Seite habe ich leider vergessen, aber es ist in dem Kapitel über Staatseinnahmen). Mit dem gewonnenen Geld aus der Ölsteuer, kann man den ÖPNV ausbauen und eine landesweite Eisenbahn einrichten (Mexiko hat bisher nur Gütertransporte). Durch die höheren Steuern für Öl wären die Leute auch gezwungen auf diese Möglichkeiten auszuweichen.
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